Fortbildung

Es sind Menschen, die lebenswerte Räume schaffen können. Gut ausgebildet, sind diese Fachkräfte tragende Säulen. Das fördern wir.

Erprobung im Feld

Fachkundiges Wissen und eine sichere Handhabung sind in der Kampfmittelräumung unerlässlich. Wissenschaft und Praxis sind eng verknüpft und passen sich stets den aktuellen Forschungsergebnissen an. Dies erfordert sowohl eine fundierte und ganzheitliche Ausbildung für Berufsanfänger in der Kampfmittelräumung als auch eine stetige Fort- und Weiterbildung für Fach- und Führungskräfte.

Es sind Orte wie das über 4.000 Quadratmeter große Areal im Münsterland, an denen Fachleute ihr Expertenwissen konkret umsetzen können. Denn der Praxiseinsatz von Geräten und Messmethoden ist in der Räumung von Kampfmitteln unverzichtbar. „Ich muss ein Gerät kennen, es in der Hand gehalten haben, damit ich weiß, worauf es bei einer Sondierung ankommt“, erklärt Geophysiker Simon Gremmler. Testfelder in ganz Deutschland dienen der geophysikalischen Untersuchung verschiedener Aspekte der Kampfmittelräumung.

Unterschiedliche Arten der Simulation helfen Praxiskenntnisse zu erwerben und Arbeitsabläufe zu verinnerlichen. „An den Universitäten erfolgt eine enorme Wissensvermittlung in der Theorie. Auf dem Testfeld wird die Praxis erlernt“, betont Gremmler. „Unsere Arbeit erfolgt meist unter freiem Himmel in der Natur, da gibt es eine Menge Einflüsse, die im Hörsaal keine Rolle spielen.“ Der Geophysiker begrüßt eine enge Zusammenarbeit zwischen Kampfmittelräumdiensten und Universitäten und Fachhochschulen. Regelmäßig besuchen Studierende der Fachrichtungen Geophysik, Geowissenschaften, Archäologie, Geografie, Geologie oder auch Physik das Gelände im Münsterland, um mit eigenen oder geliehenen Geräten Sondierungen durchzuführen.

Im Boden sind Testobjekte in verschiedenen Tiefen vergraben. Sie spiegeln die Realität, sind aber selbstverständlich schadfrei und unbedenklich. Sie aufzuspüren und ihre Daten richtig auszuwerten, ist die Herausforderung. Neben Oberflächendetektionen bietet das Gelände die Möglichkeit, umfangreiche Bohrlochdetektionen mit verschiedenen Testobjekten durchzuführen.

Auch für zukunftsweisende Messmethoden wie den Einsatz von Drohnen wird das Gelände genutzt. Drohnen nehmen in der modernen Kampfmittelräumung eine immer größere Bedeutung ein und unterstützen die magnetische Datenaufnahme bei großen und schwer zugänglichen Flächen.

Fortbildungen in der Kampfmittelräumung

Die Messung und Detektion von Kampfmitteln im Untergrund sind wesentliche Schritte einer Kampfmittelräumung. Von ihnen hängen sowohl die Sicherheitsaspekte als auch die Kostenplanung und -entwicklung einer Maßnahme ab. Eine sorgfältige und präzise Durchführung und Auswertung der Messungen sind daher unabdingbar.

Für die Detektion werden modernste geophysikalische Messgeräte und Auswertungsverfahren eingesetzt. „Die Datenbearbeitung hat sich stetig weiterentwickelt und stellt heute einen wichtigen und komplexen Arbeitsschritt dar“, erklärt Simon Gremmler. Eine ausführliche und intensive Ausbildung und Schulung der Mitarbeiter:innen sei deshalb im Bereich der Geophysik für die sichere Kampfmittelräumung elementar, betont der Geophysiker.

Viele Kampfmittelräumer bieten ihren Mitarbeiter:innen daher regelmäßige Weiterbildungsangebote in den Bereichen Magnetik, Elektromagnetik (TDEM), Georadar, Vermessung oder Geoinformationssysteme (GIS) an.

An dieser Stelle existieren ein proaktiver Austausch und eine gute Zusammenarbeit mit den Fachschaften und Hochschulen.

Die Kampfmittelräumung stellt einen bedeutsamen Teil zum Umweltschutz dar.